Der Chef der Passauer Polizei, Alois Mannichl, ist am frühen Samstagabend vermutlich von einem Rechtsextremisten niedergestochen und schwer verletzt worden. Der Beamte wurde in der Nacht notoperiert, schwebt aber laut Landesinnenministerium nicht in Lebensgefahr.
Der Angriff auf den Polizeidirektor ereignete sich an der Tür seines Wohnhauses in Fürstenzell bei Passau. Ermittlern zufolge sagte der Angreifer den Satz "Viele Grüße vom nationalen Widerstand" und beschimpfte den Polizeidirektor als "linkes Bullenschwein". Bei dem Begriff "nationaler Widerstand" handelt es sich um ein gängiges Schlagwort von Rechtsextremisten in Deutschland.
Messer mit langer Klinge
Nach einem Bericht der Passauer Zeitung "Am Sonntag" benutzte der Täter ein Messer mit einer zwölf Zentimeter langen Klinge. Er habe die Waffe nach der Tat in den Vorgarten geworfen und sei zum Auto eines Komplizen gelaufen, der in einer Nebenstraße gewartet habe.
Hassfigur in der Szene
Mannichl ist bekannt für sein konsequentes Vorgehen gegen Rechtsextremisten in Passau und gilt deswegen als Hassfigur in der Szene. Im Juli hatten Rechte nach der Beerdigung eines ehemaligen Neonazi-Funktionärs in Passau randaliert und mehrere Menschen angegriffen. Da bei der Beisetzung auch eine Hakenkreuzflagge in das Grab geworfen wurde, hatten die Ermittler später das Grab öffnen und die Fahne entfernen lassen. Zuletzt hatte die NPD dem Polizeidirektor vorgeworfen, dass er bei einer Gedenkveranstaltung während des Volkstrauertages am 16. November Vertreter der extremistischen Partei "belästigt" habe.
Quelle: T-online






